Universität Bonn

02. April 2025

Alexis Prévost leitet eine neue Emmy Noether-Gruppe Alexis Prévost leitet eine neue Emmy Noether-Gruppe

Wie bewegt sich Wasser durch einen Filter mit Kaffee? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil sich benachbarte Bereiche im feuchten Kaffeepulver gegenseitig beeinflussen. Wie sich das heiße Wasser durch das geröstete Pulver bewegt, ist auch auf Zufallsprozesse zurückzuführen. Antworten liefern so genannte „Perkolationsmodelle“, die Alexis Prévost untersucht. Anfang März kam er von der Universität Genf an die Universität Bonn und leitet nun eine Emmy Noether-Gruppe. Sie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit bis zu 1,3 Millionen Euro gefördert.
 

Alexis Prevost.jpg
Alexis Prevost.jpg © AP
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.
Bitte füllen Sie dieses Feld mit dem im Platzhalter angegebenen Beispielformat aus.
Die Telefonnummer wird gemäß der DSGVO verarbeitet.

„In meinem Projekt geht es um Zufallsprozesse, die in der Natur und in vielen Wissenschaftsbereichen eine Rolle spielen“, sagt Alexis Prévost. „Ein besseres Verständnis dieser Modelle hilft nicht nur, mathematische Grundlagen weiterzuentwickeln, sondern kann auch langfristig Anwendungen in anderen Wissenschaften ermöglichen.“ Sie reichen von der Materialforschung über theoretische Physik bis hin zur Wahrscheinlichkeitstheorie. Beispiele sind Fragen, wie Eis zu Wasser schmilzt oder wie sich bestimmte Strukturen in Netzwerken bilden.Das Thema der neuen Emmy-Noether-Forschungsgruppe „Universalitätsklassen für stark korrelierte Modelle“ dreht sich um komplexe Systeme, in denen sich Regionen in räumlicher Nähe gegenseitig beeinflussen. Solche „stark korrelierten Modelle“ treten zum Beispiel in der Physik oder Biologie auf, wenn man verstehen will, wie sich Magnetismus in Materialien verteilt oder wie Enzymgele abgebaut werden. „Mein Ziel ist es, solche Systeme mathematisch besser zu verstehen und allgemeine Gesetzmäßigkeiten zu finden, die auch für andere wissenschaftliche Fragestellungen wichtig sind“, sagt Prévost, der auch assoziiertes Mitglied des Hausdorff Center for Mathematics ist. 
 
Der Mathematiker arbeitet mit Forschenden aus verschiedenen Ländern und Universitäten zusammen, unter anderem die University of Cambridge, das Imperial College London und die École Polytechnique Fédérale de Lausanne. Außerdem will er mit Wissenschaftler*innen an der Universität Bonn kooperieren, insbesondere aus dem Transdisziplinären Forschungsbereich „Modelling“. Seit Anfang März leitet der Wissenschaftler am Institut für Angewandte Mathematik eine Emmy Noether-Gruppe, die herausragenden Wissenschaftler*innen die Möglichkeit eröffnet, sich für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren. Die Forschungsgruppe wird mit bis zu 1,3 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Die Laufzeit beträgt zunächst drei Jahre und kann nach einer positiven Zwischenbegutachtung um weitere drei Jahre verlängert werden.
 

Weg an die Universität Bonn

Alexis Prévost, geboren 1992 in Versailles (Frankreich), studierte in Paris Mathematik und promovierte an der Universität zu Köln. Anschließend arbeitete er an der University of Cambridge und an der Universität Genf. Seit März 2025 ist er Leiter einer Emmy Noether-Gruppe am Institut für Angewandte Mathematik der Universität Bonn. Er wurde 2023 mit dem Förderpreis der Fachgruppe Stochastik ausgezeichnet.
 

Wird geladen